Neue Formen der Arbeit verheißen neue Möglichkeiten der Freiheit: Arbeiten an jedem Ort, zu jeder Zeit und in individuellem Tempo. Doch der Verheißung größerer Autonomie stehen die Herausforderungen von hohen physischen und psychischen Arbeitsbelastungen gegenüber. Die Vorstellungen, das Hobby zum Beruf zu machen, die räumliche Trennung von Arbeits- und Lebensort zu überwinden und die Arbeitszeit neu zu gestalten, sind für Viele durchaus attraktiv. Doch die neue Arbeitswelt hat auch Schattenseiten. Produktionsprozesse werden zunehmend so gestaltet, dass wirtschaftliche Risiken individualisiert und auf die Beschäftigten übertragen werden. Zeit- und Leiharbeit ist für viele Jugendliche die Regel, Werk- und Honorarverträge werden immer häufiger.
Ist der neue Typ des „Arbeitskraft-Unternehmers“ schon Realität, soll und kann er das Zukunftsmodell unserer Gesellschaft werden? Welche Folgen lassen sich für die Arbeitsbedingungen und die berufliche Organisation von Arbeit erkennen? Welche Gestaltungsmöglichkeiten haben die Individuen, welche Rahmenbedingungen müssen Sozialpartner und Politik schaffen? Gibt es alternative Pfade in die Zukunft der Arbeit?
Diskutieren Sie mit renommierten Gewerkschaftern, Arbeitsmarktforschern, Arbeitspsychologen und Trendforscherinnen am Dienstag, 21. August, 19 Uhr:
- Kirsten Brühl, Coach und Zukunftsforscherin, Frankfurt/Main
- Dr. Markus Promberger, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit
- Dr. Hans-Jürgen Urban, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall
- Prof. Dr. G. Günter Voß, Professor für Industrie- und Techniksoziologie, Technische Universität Chemnitz
Prof. Dr. Dieter Zapf, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie am Institut für Psychologie. Scientific Director am, CLBO, Center for Leadership and Behavior in Organizations, Goethe-Universität Frankfurt
Moderator: Wolfgang Storz, Publizist und Kommunikationsberater
Ort: Festsaal, Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25
In Zusammenarbeit mit der IG Metall Frankfurt.


Eine sehr interessante Veranstaltung.
Schade dass so wenig Zeit für Diskussion zu Verfügung stand.
Gerne hätte ich schon noch beispielsweise diskutiert:
Sind die Unternehmen oder sind es vielleicht doch Mitarbeiter ( incl. angestellte Manager) untereinander die den Arbeitsdruck steuern?
Ist es der Kapitalismus oder die Frage zu welchen Konditionen Verbraucher Produkte nachfragen, die ausschlaggebend für die Arbeits- und Sozialbedingungen sind
Wer kann verlässlicher Sicherheit bieten, der Staat oder große, multinationale Unternehmen?
Ich hätte auch gerne noch länger diskutiert, aber die Zeit ist bei Podiumsdiskussionen leider immer knapp. Ihre Fragen sind spannend und vor allem die letzte ist nicht leicht zu beantworten. Zu Ihrer ersten Frage denke ich jedoch, dass es immer Menschen und somit die Mitarbeiter sind, die die Regeln der Unternehmen bestimmen. Deshalb ist es auch sinnvoll, gemeinsam im Gespräch über die Gestaltung unserer Arbeitswelt zu bleiben.